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Diabetes im Kinderalter

Typ1-Diabetiker müssen ihr ganzes Leben lang Insulin spritzen.

Diabetes ist wohl jedem Deutschen ein Begriff. Mit rund sechs Millionen Betroffenen - und einer in ähnlicher Höhe vermuteten Dunkelziffer an nicht diagnostizierten Fällen - gehört die im Volksmund häufig als "Zuckerkrankheit" bezeichnete Erkrankung zu den größten Volkskrankheiten in Deutschland.

Dass der Diabetes meist als eine Erkrankung wahrgenommen wird, die nur Erwachsene betrifft, hängt auch damit zusammen, dass die meisten Menschen nur den sehr viel häufigeren Diabetes mellitus Typ 2, also den durch Übergewicht und andere Faktoren "erworbenen" Diabetes kennen. Der mit 200000 Patienten sehr viel seltener auftretende Typ 1-Diabetes, bei dem es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, ist dagegen vielen kein Begriff. Bei dieser Krankheit greift das körpereigene Immunsystem die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse an und hindert diese, das lebenswichtige Hormon Insulin in ausreichender Menge zu produzieren. Betroffene sind lebenslang auf Insulin-Injektionen angewiesen, um ihren Blutzuckerhaushalt zu regulieren.

Aufgrund des fehlenden Wissens um diese Form der Erkrankung, die zumeist in jungen Jahren erstmals auftritt, werden viele Fälle von Diabetes bei Kindern und Jugendlichen zu spät festgestellt - darauf weist die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hin. In einer Pressemeldung anlässlich des Weltkindertages am 20. September 2019 zitiert die DDG ihren Vizepräsidenten Professor Dr. med. Andreas Neu wie folgt: „In Deutschland leben ca. 32.500 Kinder und Jugendliche im Alter bis 19 Jahren mit Typ-1-Diabetes. In den kommenden 20 Jahren rechnen wir mit einer Verdoppelung der Neuerkrankungsrate. Obwohl viele Menschen wissen, was Diabetes ist, sind die Symptome für Diabetes bei Kindern eher unbekannt. Die Folge ist, dass bei ihnen die Krankheit oft erst bei folgenreichen Komplikationen festgestellt wird.“ Zu diesen Komplikationen gehört die diabetische Ketoazidose (DKA), die den PH-Wert des Blutes vermindert, bis zum Koma führen kann und von der DDG als "potentiell lebensgefährlich" eingestuft wird. Anzeichen für eine DKA sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen sowie anhaltendes Durst- und Schwächegefühl. Auffällig ist auch ein starker Acetongeruch im Atem des betroffenen Kindes.

Zwar existieren Präventionsprogramme innerhalb der kinderärztlichen Versorgung, doch angesichts der nach wie vor hohen Anzahl an ernsten medizinischen Vorfällen bei den Betroffenen, fordert die DDG Aufklärungskampagnen, um Eltern besser über die Krankheit aufzuklären.