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Neue Thereapieansätze bei Diabetes: Keine Heilung - aber nahe dran

Gewichtsverlust kann die Symptomatik des Typ-2-Diabetes reduzieren.

Auf ihrer Pressekonferenz hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft neue Wege bei der Therapie des Diabetes mellitus Typ-2 vorgestellt. Basierend auf den Ergebnissen der DiRECT-Studie, an der in Großbritannien 298 Patienten teilnahmen, lassen sich mit Hilfe einer starken Kalorienreduktion bei adipösen Patienten große Erfolge erzielen, so dass diese nicht mehr länger auf Medikamente angewiesen waren. Auch der Einsatz von bariatrisch-chirurgischen Maßnahmen, bei denen die Nahrungszufuhr durch Eingriffe am Magen begrenzt wird, ann in diesem Zusammenhang große Erfolge erzielen.

Betrug der Gewichtsverlust mehr als 15 Kilogramm, ließ sich bei 85 Prozent der Studienteilnehmer sogar ein Rückgang der Diabetessymptomatik (Remission) beobachten. Bei über 60 Prozent der Teilnehmer war diese Remission selbst nach zwei Jahren zu beobachten. Angesichts der bisherigen Annahme, dass es sich beim Typ-2-Diabetes um eine chronisch fortschreitende Krankheit handelt, die zwangsläufig zu einer immer schwächer werdenden Insulinproduktion im Körper führt und zu einer lebenslangen Abhängigkeit des Patienten von Medikamenten- und/oder Insulingabe führt, machen die neuen Ergebnisse Mut. Die Experten erklären zwar, dass es sich bei der Remission nicht um eine Heilung der Krankheit handele, wohl aber um einen Therapieansatz, der sich "nahe der Heilung" bewege.

Im Rahmen der Pressekonferenz wurden auch Unterschiede bei der Mortalität von weiblichen und männlichen Diabetes-2-Patienten besprochen. So sei bei einer deutschen Diabetes-Studie festgestellt worden, dass Frauen unabhängig vom Alter ein um 27 Prozent höheres Risiko für Schlaganfall haben als Männer. Die Gefahr, eine koronare Herzkrankheit auszubilden sei bei weiblichen Patienten sogar um 44 Prozent höher als bei männlichen Patienten. Als Grund vermuten die Wissenschaftler eine generell schlechtere Selbstfürsorge bei Frauen. Da nach ihren Erkenntnissen Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen bei Männern früher diagnostiziert und behandelt werden, sprechen sich die Experten für ein speziell auf Frauen zugeschnittenes Screening aus.