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Besorgniserregende Zahlen an Masern-Fällen in Europa

Masern können im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich werden.

Für nicht wenige Menschen gelten Masern noch immer als eine mehr oder weniger harmlose Kinderkrankheit. Dass dem nicht so ist, zeigen die aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation zum Auftreten der Krankheit in Europa. Demnach sind in den ersten sechs Monaten 37 Menschen in Europa, vornehmlich in Serbien, infolge von Masern gestorben.

Die Erhebung zeigt insgesamt einen besorgniserregenden Rekord an Masernfällen. Im ersten Halbjahr haben sich in Europa 41000 Menschen mit Masern infiziert. Was das tatsächlich bedeutet, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr. 2017 verzeichnete mit knapp 24000 Masernfällen den bis dahin höchsten Wert seit 2010 – allerdings über das gesamte Jahr hinweg. 2016 gab es gerade einmal 5273 Krankheitsfälle. 2018 liegt die Quote demnach bereits nach sechs Monaten über 70 Prozent höher als im gesamten Vorjahr. Mit 23000 Fällen liegt allein die Ukraine schon jetzt deutlich über dem gesamteuropäischen Rekordjahr 2018. Neben Russland, Georgien, Serbien und Griechenland kam es auch in zentraleuropäischen Staaten wie Frankreich und Italien jeweils zu mehr als 1000 Krankheitsfällen. Die Regionaldirektion der WHO für Europa bezeichnet die Zahlen als „dramatisch“ und fordert die WHO-Mitgliedsstaaten auf, für bessere Impfquoten zu sorgen. In ganz Europa liegt die Impfquote bei 90 Prozent und damit um fünf Prozentpunkte unterhalb der nötigen 95 Prozent, die eine Weiterverbreitung des Masernvirus unterbinden. In einzelnen Ländern sind sogar weniger als 70 Prozent gegen Masern geimpft.

Deutschland ist bislang weniger stark betroffen als seine europäischen Nachbarn. Mit 387 Masern-Ausbrüchen in den ersten sechs Monaten 2018 liegt die Zahl an Krankheitsfällen unter der des gleichen Vorjahreszeitraums. Angesichts einer bei 93 Prozent stagnierenden Impfquote gibt es allerdings auch in Deutschland noch immer Verbesserungsbedarf.